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Geschlechtskrankheiten PDF Print


Sexuell übertragbare Krankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten oder Geschlechtskrankheiten werden überwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen.
Einige der Geschlechtskrankheiten sind meldepflichtig - AIDS ist nur in einigen deutschen Bundesländern meldepflichtig. Der Arzt muss die Erkrankung an das zuständige Gesundheitsamt melden - ohne Namensnennung, aber mit den persönlichen Daten.


Gonorrhoe (Tripper)
 
Tripper (Gonorrhoe) ist eine meldepflichtige Geschlechtskrankheit, die durch sexuellen Kontakt, jedoch auch unter der Geburt übertragen wird und heute ihren Schrecken verloren hat, da man sie problemlos mit Antibiotika behandeln kann. Dennoch gehört der Tripper immer noch zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten.

Erreger: Die Erreger der Krankheit sind Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae), die durch direkten Kontakt mit den Schleimhäuten übertragen werden. Wegen der Empfindlichkeit der Erreger ist eine Übertragung auf der Toilette, durch Handtücher oder Waschlappen etc. praktisch unmöglich. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit, beträgt etwa 2-4 Tage.

Symptome: Die Symptome wie auch der Krankheitsverlauf sind bei Männern und Frauen unterschiedlich, charakteristisch ist jedoch bei beiden Geschlechtern, dass die Gonorrhoe häufig beschwerdearm verläuft. In späteren Stadien der Erkrankung, wenn Erreger in die Blutbahn und damit in andere Organe gelangt sind, kann es bei beiden Geschlechtern zu Fieberschüben, Hautausschlägen oder auch Gelenkbeschwerden kommen. Je nachdem, wo die Erreger zuerst in den Körper eingedrungen sind, kommt es möglicherweise auch zu einer Rachen- oder Mastdarmentzündung.

Diagnose: Die Diagnose des Trippers erfolgt über Ausstriche von Genitalsekreten oder über Bakterienkulturen im Labor.

Behandlung: Die Behandlung des Trippers ist mit Antibiotika heute meist problemlos möglich, auch wenn sich der Erregertyp in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat und penicillin-resistente Bakterienstämme existieren. Wichtig ist wie bei den meisten anderen sexuell übertragbaren Krankheiten eine gleichzeitige Behandlung des Sexualpartners, um eine Wiederansteckung, den so genannten Ping-Pong-Effekt, zu vermeiden.

Ansteckungsgefahr: Das Risiko einer Infektion mit Tripper besteht insbesondere bei häufig wechselndem und/oder ungeschütztem Geschlechtsverkehr.




Syphilis

Die Syphilis (Lues) war bis zur Entdeckung des Penicillins eine gefürchtete Infektionskrankheit, die fast ausschließlich durch sexuellen Kontakt übertragen wird.

Symptome: Im ersten, so genannten Primärstadium der Syphilis findet sich bei der Frau am Ort des Erregereintritts, also an den Schamlippen (Labien), in der Vagina, im weiteren äußeren Genitalbereich, anal oder im Mund nach der Inkubationszeit von 2-4 Wochen zunächst ein schmerzloses Knötchen. Dieses zeigt eine ringförmige Verhärtung. Die lokalen Lymphknoten schwellen innerhalb einer Woche an. Nach 2-6 Wochen heilt dieser sogenannte Primäraffekt auch ohne Behandlung ab. Wegen der Schmerzlosigkeit werden diese ersten Hinweise an unzugänglichen Körperstellen leicht übersehen. Daher bleibt die Syphilis im Frühstadium nicht selten unbehandelt.
Bei ca. 25% der unbehandelten Erkrankten entwickeln sich nach ca. 2 Monaten die typischen Symptome des so genannten Sekundärstadiums der Syphilis (Lues II).

Therapie: Eine frühzeitig erkannte Syphilis ist mit Antibiotika gut zu behandeln.


Weicher Schanker

Weicher Schanker (Ulcus molle) ist eine durch Geschlechtsverkehr übertragbare Erkrankung, die nach dem Infektionsschutzgesetz eine meldepflichtige Geschlechtskrankheit ist. Der bakterielle Erreger, der sehr empfindlich ist, muss, um eine Erkrankung zu verursachen, in die Haut oder Schleimhaut eindringen. Frauen infizieren sich seltener als Männer.

Vorkommen: Obwohl der Weiche Schanker vor allem in den tropischen Gebieten von Afrika, Asien und Lateinamerika vorkommt und in Europa selten ist, kann es aufgrund der erhöhten Mobilität auch der europäischen Bevölkerung zu Ansteckungen kommen.

Symptome, Diagnose und Behandlung des Ulcus molle sind bei beiden Geschlechtern gleich.

Besonderheiten: Aufgrund seiner Symptome kann der Weiche Schanker anfänglich auch mit Syphilis verwechselt werden. Wer sich bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit Ulcus molle angesteckt hat, kann sich zudem auch noch mit einer anderen Geschlechtskrankheit (Syphilis, Tripper) angesteckt haben. Darum ist eine genaue Diagnose wichtig

Prognose: Mit einer Antibiotikatherapie kann die Erkrankung erfolgreich behandelt werden.




Lymphogranuloma inguinale

Lymphogranuloma inguinale (Venerische Lymphknotenentzündung) ist eine sexuell übertragbare Krankheit und gehört neben der Syphilis, der Gonorrhoe und dem Ulcus molle zu den vier meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten.
Allerdings ist ihr Auftraten in Mitteleuropa sehr selten, wenn überhaupt, dann wird sie in Hafenstädten angetroffen.

Symptome: Die Symptome sind bei beiden Geschlechtern gleich und werden oft nicht bemerkt. Meist tritt nur ein kleines Hautgeschwür oder -bläschen an der Eintrittsstelle der Bakterien auf, das nach einigen Tagen von selbst wieder verschwindet. Nach einer relativ langen Inkubationszeit von einer bis drei oder mehr Wochen kommt es zur nächsten Phase der Erkrankung, zu der schmerzhafte knotige Schwellungen und Hautrötungen in der Leiste, an den Geschlechtsorganen und am Damm gehören.

Diagnose: Bei ungewöhnlichen Hauterscheinungen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr sollte man an die Möglichkeit einer Geschlechtskrankheit denken und eine Diagnose stellen lassen. Bei rechtzeitiger Behandlung mit Antibiotika ist die Heilung des Lymphogranuloma inguinale möglich, es kann jedoch auch zu bleibender Unfruchtbarkeit kommen.

Die sicherste Maßnahme zur Verhütung von Geschlechtskrankheiten ist die Benutzung von Kondomen.


Trichomonaden-Infektion

Die Trichomoniasis (umgangssprachlich auch: Trichomonaden) ist eine der sexuell übertragbaren Erkrankungen. Der Erreger der Trichomoniasis heißt "Trichomonas vaginalis", es handelt sich um ein mehrgeißeliges, sehr bewegliches Geißeltierchen (Flagellat), kein Bakterium. Die Erkrankung zählt nicht zu den meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten, obwohl die Erreger praktisch ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Hierbei beträgt das Risiko ca. 70% pro Geschlechtsverkehr. Möglich, jedoch äußerst selten, ist auch eine Schmierinfektion, z.B. über gemeinsame Handtücher, oder eine Infektion z.B. im Whirlpool oder in der Sauna. Vermehren kann sich der Erreger ausschließlich in der Vagina und der Harnröhre der Frau bzw. in der Harnröhre, der Prostata und unter der Vorhaut des Mannes. Weltweit infizieren sich derzeit jährlich etwa 180 Millionen Frauen und Männer mit der Trichomoniasis.

Symptome: Die Symptome sind bei Frauen und Männern ähnlich: Ausfluss, manchmal Harnröhrenbeschwerden, dann auch Scheidenentzündung bzw. Eichelentzündung.

Diagnose: Die Erreger sind nach Abstrich im Nativpräparat unter dem Mikroskop (Dunkelfeld) leicht erkennbar. Typisch sind die peitschenartigen Fortsätze. Die Behandlung erfolgt mit Metronidazol in Tablettenform als Einmalbehandlung (Clont, Flagyl). Partnerbehandlung und sexuelle Enthaltsamkeit während der Behandlung sind unerlässlich.


Chlamydien-Infektion

Chlamydien sind bakterienähnliche Kleinstlebewesen (Mikroben: Chlamydia trachomatis), die sehr verbreitet sind. Eine Chlamydieninfektion ist die häufigste aller sexuell übertragbaren Krankheiten. Auf Grund der möglichen Folgen und Komplikationen sollte sie ernst genommen und behandelt werden.

Häufigkeit: Allein in Deutschland sind schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen mit Chlamydien infiziert, das heißt, jeder 30. Erwachsene und jeder 16. Jugendliche.


Ansteckung: Chlamydien sind durch Geschlechtsverkehr übertragbar. Mütter mit einer Chlamydieninfektion können ihre Kinder während der Geburt anstecken.

Merkmale einer Chlamydieninfektion: Die Mikroben gelten als ausgesprochen heimtückisch, da sie bei rund 90 Prozent der Betroffenen keine oder nur geringfügige Beschwerden verursachen. Die Symptome sind bei Frauen wie bei Männern Ausfluss und schmerzhaftes Wasserlassen, in späteren Stadien Unterleibsentzündungen.

Folgen einer Chlamydieninfektion: Für Frauen besteht nach unbehandelter Chlamydieninfektion das Risiko von Unfruchtbarkeit oder von Eileiterschwangerschaften. Eine Infektion während der Schwangerschaft kann gravierende Folgen für das Kind haben. Auch bei Männern kann eine Chlamydieninfektion zur Unfruchtbarkeit führen.

Diagnose: Die Diagnose wird durch einen Abstrich von der Harnröhre und bei Frauen zusätzlich vom Gebärmutterhals gestellt. Chlamydieninfektionen zeigen ähnliche Symptome wie Gonorrhoe, werden jedoch anders behandelt. Deshalb ist es wichtig, eine eindeutige Diagnose zu stellen.

PCR-Test: Seit kurzem gibt es einen neuen gentechnische Test auf dem Markt, der aber nicht von den Krankenkassen bezahlt wird. Bei dieser sogenannten PCR-Technik handelt es sich um eine Polymerase-Kettenreaktion, ein spezielles Nachweisverfahren für derartige Fälle.
Der zuverlässigste Test auf Chlamydien ist es, eine Zellkultur anzulegen, welche teuer und nicht überall erhältlich ist. Aus diesem Grund verwenden Ärzte häufig einen einfacheren Abstrichtest.


Therapie: Eine Behandlung einer Chlamydieninfektion erfolgt mit Tetrazyklin, einem Antibiotikum, und erstreckt sich im Normalfall über einen Zeitraum von zwei Wochen. Es ist wichtig, dass beide/alle Partner untersucht und behandelt werden.
Eine Chlamydieninfektion, die rechtzeitig behandelt wird, verursacht in der Regel keine Folgeschäden.

Besonders gefährdet sind Personen mit häufig wechselnden Partnerinnen und Partnern und Personen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren.


Mykoplasmen Infektion

Mykoplasmensind Erreger, die zusammen mit anderen Erregern von sexuell übertragbaren Krankheiten im weiblichen Urogenitaltrakt gefunden werden.

Infektionen: Bei Frauen sind bis jetzt folgende Erkrankungen bekannt, die durch Mykoplasmen (mit-)verursacht werden: Blasenentzündung (Cystitis), Harnleiterentzündung (Urethritis), Nieren- und Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis), Scheidenentzündung (Vaginitis, Kolpitis), Gebärmutterhals-Schleimhautentzündung (Zervizitis), Eileiterentzündung (Salpingitis), Eileiter- und Eierstockentzündung (Adnexitis),
Entzündungen des Beckenbindegewebes und der Gebärmutterschleimhaut (Para- und Endometritis). Durch derartige Infektionen kann es zur Unfruchtbarkeit kommen.

Weil Mykoplasmen sich, anders als Gonokokken und Chlamydien, auch über die Lymphbahnen oder das Blut verbreiten, tritt eine Entzündung des Beckenbindegewebes häufiger auf.

Diagnose: Bei Frauen wird ein Abstrich vom Muttermund oder auch, laparoskopisch, von Eileitern beziehungsweise Eierstöcken genommen. Der Nachweis von Mycoplasma hominis bzw. Ureaplasma urealyticum erfolgt durch Anzüchtung auf Spezialnährmedien.

Die Therapie erfolgt mit Antibiotika (Tetracyclin oder Doxycyclin, jedoch nicht Penicillin). Wie bei allen sexuell übertragbaren Krankheiten ist eine gleichzeitige Behandlung des/der Sexualpartner/s wichtig.


Herpes-Infektion

Herpes genitalis wird durch dieselben Viren hervorgerufen, die auch den bekannten Lippenherpes verursachen, Herpes-simplex-Viren vom Typ II, seltener auch vom Typ I. Die Ansteckung mit Herpes-Viren vom Typ II erfolgt fast ausschließlich durch den Geschlechtsverkehr.

Symptome und Verlauf: 2-7 Tage nach der Erstinfektion kommt es im Scheidenbereich zu einer Rötung und Schwellung. Hierbei bilden sich viele flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die in Grüppchen angeordnet sind. Sie jucken und brennen, außerdem kommt es zu Ausfluss und Schmerzen in den betroffenen Bereichen. Nach 1-2 Tagen brechen diese Bläschen auf und bilden flache, immer noch schmerzhafte Geschwüre. Es kommt zum Anschwellen der Lymphknoten in der Leiste. Gleichzeitig kann es bei der Erstinfektion zu allgemeinen Krankheitssymptomen wie Mattigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und auch Fieber kommen. Die Geschwüre heilen nach 10-20 Tagen ab.
Typisch für die Herpes-Infektion ist, dass sie immer wieder auftritt. Dann sind allerdings sowohl Bläschen wie auch Geschwüre kleiner, die Krankheit verläuft kürzer und milder, und manchmal bemerken die Betroffenen den Ausbruch gar nicht.

Diagnose: Die Diagnose erfolgt anhand des klinischen Bildes und bei einer Erstinfektion aufgrund des meist typischen Verlaufs. Die Erreger werden mittels des Bläscheninhaltes nachgewiesen, der in speziellen Zellkulturen untersucht wird.
Bei Erstinfektionen werden häufig gleichzeitig auch bakterielle Vaginosen (auch als Aminkolpitis bezeichnet) diagnostiziert, weil multiple Sexualkontakte bestanden haben. Bei erneut auftretenden Herpes-Symptomen (Rezidiven) verändert sich die Vaginalflora dagegen meist nicht mehr.

Therapie: Die Behandlung der Primärinfektion erfolgt auf jeden Fall mit Virenmitteln, nämlich Aciclovir. Dadurch wird die Ausbreitung der Viren in die Nervenbahnen und Ganglien verhindert. Eine Wirkung ist jedoch nur im akuten Fall gegeben, also während sich die Viren noch entwickeln. In der Ruhezeit nach der Erstinfektion und auch bei Rezidiven beeinflussen Virenmittel (Virostatika) zwar auch die Symptome günstig, können jedoch die Viren nicht vollständig zerstören. Darum wird bei wieder auftretenden Infektionen meist nur eine lokale Behandlung mit heilungsfördernden und schmerzlindernden Salben vorgenommen.

Stress und Krankheiten führen zu Rezidiven. Die im Körper befindlichen Herpesviren können über lange Zeit völlig unbemerkt bleiben. Durch ein allgemein geschwächtes Abwehrsystem, durch Stress, aber auch durch Verletzungen, Krankheiten oder Operationen kann es zu einer erneuten Aktivierung der Krankheitserreger kommen.


Feigwarzen

Feigwarzen (Condylomata acuminata, spitze Kondylome, genitale Warzen) sind die häufigste durch Viren ausgelöste und durch sexuellen Kontakt erworbene Erkrankung des Genitalbereichs. Sexuell übertragbare Krankheiten nehmen insgesamt in ihrer Anzahl stetig zu.

Aussehen: Feigwarzen haben ein sehr unterschiedliches Erscheinungsbild. Am häufigsten sind stecknadelkopfgroße Knötchen, die hautfarbig, rötlich oder grau-gelb bis weißlich aussehen. Sie können einzeln oder in Grüppchen stehen, sich auch zu größeren Beeten ausbreiten und blumenkohlartig wuchern. Seltener sind ganz flache Kondylome (Condylomata plana), die von der Haut kaum zu unterscheiden sind und wie ein Analekzem aussehen können.
Eine ebenfalls seltene Variante sind sehr große Feigwarzen, die Condylomata acuminata gigantea, die als Buschke-Löwenstein-Tumoren eine krebsähnliche Erkrankung sind.

Erreger: Die Erreger der Feigwarzen sind Viren aus der Gruppe der Papillomaviren (Humanes Papilloma Virus = HPV). 1998 waren über 100 HPV-Viren bekannt, von denen mehr als 80 genetisch bestimmt waren. Unter diesen sind 30 Typen, die als Hochrisikotypen Krebs auslösen können, darunter auch Gebärmutterhalskrebs. Andere sind niedrige Risikotypen und lösen zum Beispiel Feigwarzen aus, die gutartig sind.


Übertragung: Bei der vorwiegend sexuellen Übertragung der Papillomaviren begünstigen Feuchtigkeit, Ekzeme oder Kratzwunden die Ansteckung. Aber auch Schmierinfektionen, gemeinsames Baden oder Benutzen von keimtragenden Handtüchern sollen eine Verbreitung ermöglichen. Neugeborene können sich unter der Geburt bei der Mutter anstecken, was zu Feigwarzen im Genitalbereich der Babys führen kann, aber auch zu Knötchen im Rachen (Larynxpapillome).
Es dauert 4 Wochen bis mehrere Monate, bis sich die Feigwarzen zeigen. Häufig wechselnde Partner erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung, da die Durchseuchung der Bevölkerung sehr hoch ist. Die Genitalwarzen machen meistens überhaupt keine Beschwerden, können aber Jucken und Brennen auslösen. Wie sich ihr Wachstum entwickelt, ist nicht vorhersehbar. Bei immungeschwächten Betroffenen kann es beschleunigt sein.

Diagnose: Die Diagnose wird durch Betrachtung gestellt. Dabei sollte auch der Analkanal und bei Frauen der Scheideneingang inspiziert werden, da die Kondylome sich auch dort ansiedeln. Flache Kondylome werden mit verdünnter Essigsäure betupft und färben sich dadurch weiß. Die Untersuchung und Behandlung des Sexualpartners muss empfohlen werden.

Therapie

Chemotherapie: Podophyllotoxin-Creme wird bei einzeln stehenden Feigwarzen in mehreren Zyklen angewendet. Imiquimod-Creme wird bis zu vier Monaten drei mal wöchentlich aufgetragen. Bei wiederkehrenden Kondylomen kann ein Interferon-beta-Gel fünfmal täglich über vier Wochen angewendet werden. Die Medikamente dürfen bei einer Schwangerschaft nicht angewendet werden, da sie keimschädigend sind.

Chirurgische Therapie: Die sicherste Methode ist die Entfernung der einzeln stehenden Feigwarzen mit dem scharfen Löffel oder per Schlinge und Stromanwendung (Diathermie). Immer häufiger kommt dabei auch der Laser zum Einsatz. Die Anwendung von Kälte mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie) ist problematisch, da die Tiefe der Kälteeinwirkung sich erst nach einigen Tagen zeigt und ungewollt tiefere Wunden hinterlässt. Auf alle Fälle muss ein Beobachtungszeitraum von drei Monaten eingehalten werden, da Feigwarzen dazu neigen, an anderer Stelle wiederzukommen.


Aids

Bei der Aids-Erkrankung handelt es sich um eine virusbedingte Immunschwäche des menschlichen Organismus. Erreger ist das Human Immunodeciency Virus (HIV).Der Virus lagert sich an den Zellkern der Wirtszelle an, die dann durch ihre Teilung auch die Viren vermehrt. Durch das HIV wird das menschliche Immunsystem geschädigt. Das führt zu schweren Erkrankungen, die schließlich zum Tod des Patienten führen.

Übertragung: Aids zählt auch zu den sogenannten Geschlechtskrankheiten. Die Übertragung erfolgt durch Sperma, Scheidensekret (höchste Virenkonzentration) und Blut. Die Übertragung durch Speichel (Küssen oder orale Sexualpraktien) ist nicht wissenschaftlich belegt.



Symptome: Die Symptomatik der Infektion ist eher uncharakteristisch. Oft beginnt die Erkrankung symptomlos. Die Allgemeinerscheinungen sind grippeähnlich: Fieber, Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme. Gynäkologisch treten Unterbauchschmerzen, wiederholte bakterielle Infekte und Veränderungen am Muttermund auf.





AIDS / HIV

AIDS ist das Endstadium der HIV-Erkrankung (Human Immunodeficiency Virus). Dieser Immundefekt beim Menschen wird durch Infizierung mit dem HI-Virus verursacht. Daher wird AIDS den Infektionskrankheiten zugerechnet.

HIV ist nicht gleich AIDS: Nach der Infektion mit dem HI-Virus kommt es im Verlauf meist mehrerer Jahre zur allmählichen Beeinträchtigung von Zellen des Immunsystems und des zentralen Nervensystems (ZNS). Das Immunsystem wird durch das HI-Virus so geschwächt, dass auch Keime, die beim gesunden Menschen nicht zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, in der Folge lebensbedrohliche, so genannte opportunistische Infektionen auslösen können. Das sind Infektionen, die von der Abwehrschwäche des Menschen profitieren. Typische Beispiele sind Lungenentzündung und Toxoplasmose, die häufig mit dem Fortschreiten von HIV einhergehen. Weitere Folgeerkrankungen sind typische Tumoren und zentralnervöse Funktionsstörungen. Erst ab diesem Stadium spricht man von AIDS, dem Erworbenen Immundefekt-Syndrom (AIDS = Acquired Immune Deficiency Syndrome).

Chronischer Verlauf: Die HIV-Erkrankung verläuft also chronisch zunehmend und führt nach einer individuell sehr unterschiedlichen Dauer von (im Extremfall) wenigen Monaten bis zu 15 Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit zum Ausbruch von AIDS.

Häufige Todesursache: AIDS zählt zu den fünf häufigsten infektiösen Todesursachen weltweit (infektiöse Durchfallerkrankungen, Lungenentzündungen, Tuberkulose, AIDS, Malaria).