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Hämorrhoiden PDF Drucken


Ursache

Blutstau in den kissenartigen Blutgefäßgeflechten am Darmausgang, ca. 2 - 4 cm oberhalb der Darmöffnung. Der Blutstau wird verursacht durch Bindegewebsschwäche, schlechten Blutabfluss durch Verspannung der Schließmuskulatur oder in der Schwangerschaft durch den Druck des Föten auf die Beckenvenen, mangelnde Bewegung und häufiges Sitzen, Übergewicht.
Beschwerden

Die Hämorrhoidenknoten liegen zunächst innen und führen zu Juckreiz, Schmerzen und hellroten Blutungen. Die größeren Hämorrhoidenknoten fallen vor die Darmöffnung vor und stören die Stuhlentleerung.

Behandlung ohne Operation

  • Allgemeine Maßnahmen: Umstellung der Ernährung auf ballastreiche Kost (Vollwertkost), Lockerung des Schließmuskels durch Abbau von Stress, geregelter Lebensführung (Vermeidung von unregelmäßiger Einnahme der Mahlzeiten, keine zwanghafte Stuhlentleerung nach der Uhrzeit), Gewichtsreduktion etc..
  • Schließmuskeltraining: Dehnung des Schließmuskels mit einem "Analdehner", der zusammen mit Salbe vom Patienten mehrmals täglich angewendet wird. Erhältlich über Rezept.
  • Verödung ("Sclerosierung"): Bei einer kleinen Mastdarmspiegelung Einspritzen eines Verödungsmittels in die Hämorrhoidenknoten, welches die Gefäße "verklebt". Einfach und erfolgreich, keine große Belastung.
  • Gummibandligatur: Ebenfalls bei einer kleinen Mastdarmspiegelung wird ein kleines Gummiband über den Knoten gestülpt, dieser stirbt dadurch ab und stößt sich später selber schmerzlos ab.

Behandlung mit Operation

  • Prinzip: Je nach Ausmaß und Befund operative Entfernung der Hämorrhoiden.
  • "Äußere" Hämorrhoiden: Häufig bilden sich akut blutgefüllte Knoten direkt an der Darmöffnung ("Perianale Venenthrombosen"). Diese können in örtlicher Betäubung schmerzlos eröffnet und ausgedrückt, besser komplett entfernt werden.
  • Echte "innere" Hämorrhoiden: Operative Entfernung etwas aufwendiger als bei den äußeren Hämorrhoiden, weil innen die versorgende Blutader umstochen werden muß (Operation nach Parks oder nach Milligan/Morgan). Wird daher nicht immer in örtlicher Betäubung, sondern auch in Vollnarkose durchgeführt. Gleichzeitig erfolgt eine Spiegelung des Mastdarms und des untersten Dickdarmabschnitts in Narkose.

Ambulante Operation

Äußere Hämorrhoiden ambulante OP, innere Hämorrhoiden ambulante oder stationäre OP. Siehe auch unter Ambulante Operationen.

Betäubungsform

Lokalanästhesie bei äußeren und inneren Hämorrhoiden, ggfs. Vollnarkose bei größeren oder mehreren inneren Hämorrhoiden.

Vorbereitung

Im Notfall keine, bei geplanter Operation Darmentleerung mit kleinem Klistier und allgemeine Anästhesievorbereitung.
 
Nachbehandlung

Sofort schmerzstillende Salbenvorlagen, diätetische Einschränkung, ab 1. Tag nach Operation warme Sitzbäder, möglichst keine Abführmittel.

Komplikationen

Alle Operationen am Darmausgang sind schmerzhaft. Dadurch kann es zur Verkrampfung des Schließmuskels und Behinderung der Stuhlentleerung kommen. Verletzungen des Schließmuskels oder von Harnröhre oder Scheide sind absolut selten, ziehen aber dauerhafte Schäden nach sich. Hämorrhoiden können sich neu bilden.

Behandlungsdauer

Operationsdauer unterschiedlich je nach Umfang wenige Minuten bis 1/2 Stunde, Aufenthalt in der Praxis ca. 1/2 - 3 Stunden, im Krankenhaus bis zu 1 Woche. Gesamte Behandlungsdauer bei ungestörtem Heilungsverlauf ca. 1 - 3 Wochen.