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Krampfadern PDF Drucken


Krampfadern (= Varizen)

Hier sind grundsätzlich die anlagebedingten (= primären) Varizen von den erworbenen (= sekundären) Varizen zu unterscheiden.
Die anlagebedingten Varizen: man unterscheidet hier noch Stamm-und Rankenvarizen sowie sog. Perforansinsuffizienzen.

Allen diesen Venen ist gemeinsam, dass sie zum Drainagesystem der Haut gehören.  Der Hauptunterschied zwischen Venen und Arterien besteht darin , dass durch die Pumparbeit des Herzens in den Schlagadern (= Arterien) der Blutstrom aktiv angetrieben wird. Der Blutfluss in den Venen ist passiv (teils durch Pulswellen im Gegenstromprinzip, teils durch die sog. Muskelpumpe).

Als besondere  Anpassung an diese Verhältnisse weisen die Venen zahlreiche, hintereinandergeschaltete Venenklappen auf, die technisch perfekten Rückschlagventilen entsprechen und den Rückstrom von Blut verhindern.
Wenn nun (anlagebedingt) die Klappen in den oberflächlichen Venen verloren gehen, wirkt auf die dünne Venenwand ein immer größerer hydrostatischer Druck ein, welcher zu einer Erweiterung und Verlängerung des Gefäßes führt und zur bekannten Schlängelung führt.

Warum soll ein Krampfaderleiden behandelt werden?

Der oben geschilderte Sachverhalt hat folgende Konsequenzen:  Zunächst kommt es zu einer Druckerhöhung in den Hautvenen, was eine vermehrte Venenzeichnung und Besenreiser–Bildung insbesondere in Höhe des Sprunggelenkes (Knöchel) nach sich ziehen kann.
Durch den Rückfluss von Blut aus dem tiefen in das oberflächliche Venensystem entsteht eine Überladung der oberflächlichen Venen, was zu einer vermehrten Lymphproduktion führt und dann Schwere- und Spannungsgefühl verursacht und auch sichtbare Lymphödeme (= geschwollene Beine) erzeugen kann.
Wenn dieser Zustand unbehandelt über Jahre auf ein Bein einwirkt, können sich hieraus Hautschäden bis zum Ulcus cruris (= offenes Bein ) entwickeln.


Reticuläre Varizen (= Besenreiser)

Hierbei handelt es sich um erweiterte, intracutane (= in der Lederhaut befindliche) Venen. Diese besitzen an sich keinen Krankheitswert und sind in erster Linie kosmetisch störend. Wenn man oder frau sich ihrer entledigen möchte, kommt für die größeren das Sklerosierungsverfahren (= Verödung) in Betracht.

Hierbei  werden die Besenreiser mit einer sehr dünnen Nadel anpunktiert und dann ein Verödungsmittel (normalerweise ein spez. Alkohol) injiziert. Hierdurch verkleben die Venenwände entweder direkt oder es kommt zu einer Gerinnselbildung in dieser kleinen Vene. Die Gerinnselbildung leitet dann den Abbauprozess  der so geschädigten Besenreiser ein.

 

Teleangiektasien

So heißen die kleinen Verwandten der Besenreiser. Es handelt sich hier um kleine, strichförmige, rötliche  Gefäße der Oberhaut, die auch keinen Krankheitswert besitzen. Aufgrund des sehr kleinen Gefäßdurchmessers sind diese mitunter extrem schlecht zu veröden. Diese können jedoch gut mit einem entsprechenden Laser (Excimerlaser) beseitigt werden. Die verschiedenen Lasertypen werden vom Medizinischen Zentrum Bonn Friedensplatz vorgehalten.


Behandlung

Für die primäre Varicosis stehen folgende Therapiemöglichkeiten zur Wahl:

  1. Die konservative Behandlung mit Kompressionsstrümpfen
  2. Die operativen Verfahren:


Krampfaderentfernung ( Stripping)

Über kleine Hautschnitte wird die Krampfader freigelegt, abgetrennt und die Gefäßstümpfe unterbunden. Der so stillgelegte Abschnitt wird dann (wenn möglich) aufgefädelt und herausgezogen.

Eine besondere Bedeutung hat der Mündungsbereich der am Bein vorhanden Sammelvenen (V. saphena magna und V. saphena parva).
Diese münden mit Seitenästen in die tiefe Vene ein und sollen direkt im Übergangsbereich abgetrennt werden. Dieses  Verfahren wird Crossektomie  genannt und soll eine schnelle, erneute Krampfaderbildung verhindern.

Unterbindung von defekten Perforansvenen

Hier werden defekte Verbindungsvenen zum tiefen Venensystem durch kleine Hautschnitte isoliert, unterbunden und dann abgetrennt.


ESPD (= endoskopische subfasciale Perforansdissektion)

Dieses Verfahren kommt zur Anwendung, wenn die Haut am Unterschenkel schon geschädigt ist. Von einem Hautschnitt in einem ungeschädigten Bereich wird
ein Endoskop (Schlüssellochchirurgie) bis zu den defekten Venen vorgeschoben und diese dann mit entsprechendem Instrumentarium verschlossen.

        3. Laserkoagulation von Venen


Hier wird ein Lichtleitkabel in der Krampfader eingestochen und mit einem Diodenlaser dann eine Gerinnselbildung durch Erhitzen provoziert. Dieses Verfahren hinterlässt keine Narben, ist jedoch nicht für alle Krampfadertypen gleich gut geeignet. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Methode in der Regel nicht.