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Kreuzbandriss PDF Print


Synonym: Kreuzbandruptur, vordere oder hintere Instabilität

Ursache

Durch Unfälle (Verdrehung des Standbeins oder direkter Sturz/Schlag auf das Kniegelenk) kann das vordere, viel seltener das hintere Kreuzband reißen. Dadurch kommt es ohne Behandlung zu einem Wackelgelenk mit vorderer oder hinterer Instabilität (also Wegknicken des Knies nach vorne oder hinten) und weiteren Verschleißschäden im Gelenk, besonders am Innenmeniskus und am Gelenkknorpel.

Beschwerden

Wackelgelenk mit Unsicherheitsgefühl, Reizknie mit chronischer Ergussbildung.

Behandlung ohne Operation

Wenn keine Kreuzbandoperation geplant ist, Stabilisierung des Kniegelenkes durch muskuläres Training ("isometrisches Quadrizepstraining") der Streckmuskulatur am Oberschenkel, um die Gelenkkapsel und die intakten Bänder möglichst straff anzuspannen. Gelingt nicht immer, wird teilweise mit einer Einschränkung der Belastbarkeit des Kniegelenkes erkauft.

Behandlung mit Operation

Kreuzbandnaht: Bei Kindern direkte Bandnaht nach dem Unfall. Bei Jugendlichen und Erwachsenen heilt die alleinige Bandnaht aber wegen der schlechten Durchblutung der Kreuzbänder nicht zusammen. Stattdessen stehen folgende Operationen zur Verfügung:

Kreuzbandnaht mit Verstärkung: Möglichst rasch nach Unfall Naht des vorderen Kreuzbandes und Verstärkung ("Augmentation") mit einem Kreuzbandersatz.

Kreuzbandersatz: Bei frischen oder älteren vorderen Kreuzbandschäden Entfernung der Bandreste und Einbringen eines Ersatzes möglichst an gleicher Stelle durch Oberschenkelrolle und Schienbeinkopf. Als Ersatzmaterial kommen künstliche Gewebe (Dacron, Goretex, Kohlefaserband) und eigene Sehnen in Frage. Am häufigsten wird die Sehne unterhalb der Kniescheibe benutzt, indem aus dem mittleren Drittel ein Sehnenstreifen entnommen wird. Zur besseren Einpflanzung des Streifens besitzt dieser an beiden Enden je einen kleinen Knochenblock. Dieser Eingriff ist auch arthroskopisch mit einer Kniegelenksspiegelung und nur noch einem kleinen Hautschnitt möglich.

Kreuzbandtransplantat: Bei hinteren Kreuzbandschäden wird das Band durch ein Leichenkreuzband ersetzt.

Betäubungsform

Vollnarkose.
 
Vorbereitung

Röntgenaufnahmen, ggfs. Kernspin-Tomographie einschließlich schriftlichem Befund. Anästhesievorbereitung, Rasieren des Operationsbereiches.
 
Nachbehandlung

Je nach Angaben des Operateurs Ruhigstellung in Gipsverband, Schiene oder Bewegungsgips/-Schiene bis zu 6 Wochen oder bei günstigen Verhältnissen vorzeitige Freigabe des Kniegelenkes, Belastungsaufbau bis zu 6 Wochen unter krankengymnastischer Anleitung und mit medikamentöser Thromboseprophylaxe. Weitere krankengymnastische Behandlung bis 12 - 16 Wochen nach Operation.

Komplikationen

Beinvenenthrombose, Gelenkentzündung, Schwellungszustände, Lockerung oder Riss des ersetzten Kreuzbandes.

Behandlungsdauer

Operationsdauer ca. 1 - 2 Stunden, je nach Begleitverletzungen, Aufenthalt im Krankenhaus ca. 1 - 2 Wochen, gesamte Behandlungsdauer bei ungestörtem Heilungsverlauf ca. 10 - 16 Wochen.