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Leistenbruch PDF Print


Synonym: Leistenhernie; Hernia inguinalis; Inguinalhernie
 
Ursache

  • "Aufbrechen" der Bauchdeckenmuskulatur im Leistenkanal. Beim Mann ziehen durch den Leistenkanal die Blutgefäße und der Samenstrang zum Hoden, bei der Frau das runde Mutterband ("Ligamentum rotundum") vom Schambein zur Gebärmutter ("Uterus"). Dadurch besteht eine angeborene Schwachstelle in der Bauchdeckenmuskulatur, die bei Belastung (schweres Heben und Tragen, Husten, Fettleibigkeit, Verstopfung) nachgibt und zu einer Vorwölbung von Bauchinhalt führt. Bei Frauen können Leistenbrüche durch die hormonellen Einflüsse auf die Bindegewebsfestigkeit während der Schwangerschaft auftreten.
  • Hodenbruch ("Scrotalhernie"): Leistenbruch mit Vorwölbung bis in den Hodensack.
  • Schenkelbruch: "Aufbrechen" der Muskulatur weiter unten in der Leistenbeugefalte innen neben den Blutgefäßen.
  • Wasserbruch ("Hydrocele"): Blasenartige Ansammlung von Flüssigkeit im Hodensack, in der Regel mit Leistenbruch kombiniert.
  • Hodenhochstand ("Maldescensus testis"): Beim Jungen wird vor der Geburt der Hoden zuerst im Bauchraum angelegt und muss dann nach unten bis in den Hodensack wandern. Auf diesem Weg kann er im Leistenkanal "hängenbleiben", meist mit Leistenbruch kombiniert.
Beschwerden

Je nach Größe des Bruchs schmerzlose Vorwölbung, gelegentliche ziehende Schmerzen, Schmerzen bei Belastung bis zu starken, akuten Schmerzen bei Einklemmung von Bauchinhalt, dann ggfs. Kreislaufschock. Wegen benachbarter Hautnerven können auch Schmerzen oder Missempfindungen der Haut in der Leiste mit Ausstrahlung zum Hodensack und/oder Oberschenkelinnenseite auftreten.

Behandlung ohne Operation

Nur bei beginnenden Leistenbrüchen: Abwarten und spätere Kontrolluntersuchung, bei Patienten mit stark erhöhtem Operationsrisiko eventl. Bruchband. Dieses kann aber durch den Druck der Pelotte zu einem noch größeren Bruch führen.

Behandlung mit Operation

In der Regel Operation.
  • Prinzip bei der offenen Methode: Hautschnitt in der Leiste bei über 5 - 10 cm, bei Kindern kleiner. Zurückdrängen des Bruchinhaltes (z.B. Darmschlingen), Entfernen des Bruchsacks, Verschluss der Muskellücke durch Muskelnähte. Frühere Methode nach "Bassini", heute in Deutschland bevorzugte Methode nach "Shouldice". Bei Kindern modifizierte Techniken nach gleichem Prinzip.
  • Prinzip bei der endoskopischen Methode: Bauchhöhlenspiegelung durch Einführen einer dünnen Spiegelungsoptik vom Nabel aus, Verschluß der Bruchlücke durch Nähte von aussen und/oder durch Vorlegen eines Kunststoffnetzes von innen vor die Bruchlücke.

Ambulante Operation

Ambulante und stationäre OP möglich, siehe auch unter Ambulante Operationen.
Betäubungsform: Vollnarkose oder rückenmarksnahe Regionalanästhesie, nur bei erhöhtem Narkoserisiko auch örtliche Betäubung.

Vorbereitung

Anästhesievorbereitung, Rasieren der Leiste.

Nachbehandlung

Verbandswechsel, ggfs. bei Hausbesuch. Thrombose-Vorbeugung. Fadenentfernung nach ca. 7 - 10 Tagen. Für ca. 3 Monate Heben und Tragen schwerer Lasten vermeiden.

Komplikationen

Allgemeine Komplikationen. Erneuter Leistenbruch, wenn die Muskelnaht nicht hält, insbesondere bei fettleibigen oder geschwächten Bauchdecken. Beim Mann Verletzung des Samenleiters im Leistenkanal und/oder der Blutgefäße eventl. mit Störung der Zeugungsfähigkeit, Einblutung in den Hodensack. Verletzung und Einwachsen von Hautnerven in die Operationsnarbe mit Taubheitsgefühl und/oder Narbenschmerzen. Beinvenenthrombose. Bei der endoskopischen Methode Entzündung des Bauchfells, Verletzung des Darms und bei Einpflanzung von Fremdmaterial Abstoßungsreaktion des Körpers möglich.

Behandlungsdauer

Operationsdauer ca. 60 Minuten, Aufenthalt in der Praxis ca. 4 Stunden, im Krankenhaus ca. 5 - 10 Tage. Gesamte Behandlungsdauer bei ungestörtem Heilungsverlauf ca. 3 Wochen.